Wenn Kinder plötzlich keine Kinder sind und langsam erwachsen werden. Wie kann man den Wohnraum mit geringem Aufwand anpassen?
Zumeist ist der erste Wunsch, den Teenies haben: Das alte Bett muss raus und statt desssen soll eine moderne stylische Bett-Couch her. Und als nächstes natürlich der grosse Flachbildfernseher mitsamt der WII ;-)
Vor allem die jugendlichen Töchter lieben es, ihr Zimmer auch mit kräftigen bunten Farben zu gestalten. Wenn sie sich nun eine Wand in einem kräftigen dunkelviolett wünschen, lassen sie sie doch! Räumen sie ihnen die Möglichkeit ein, ihr kleines Reich mit den Farben und Elementen zu gestalten die ihnen gefallen! Drängen sie nicht ihren Geschmack und Wohnstil auf, wozu denn? Ist es ihr Zimmer oder das des Kindes?
| Gefällt Ihnen diese bunte Farbzusammenstellung? Nein? ;-) Gut! |
Viel wichtiger, als in die Entscheidung über den Wohnstil einzugreifen ist es, sich Gedanken zu machen, wie man alles sinnvoll und gut verstauen und unterbringen kann. Durch gute Planung kann Unordnung und damit verbundener Streit vermieden werden.
Den Kids gefallen diese grosszügigen, weiten, offenen Wohnlandschaften. Solche in einem kleinen Kinderzimmer zu realisieren ist aber meist schwierig. Sie lieben moderne Möbel und Bücherregale, die jedoch am Ende oft zuwenig vernünftigen Stauraum bieten.
Das ganze Thema ist also eine einzige Zwickmühle, Kompromisse und Ecken mit „Zeug“ das keinen Platz findet vorprogrammiert...
Nachfolgend ein paar Tips zur Neugestaltung des Teenie Reiches:
Meine wichtigste Empfehlung: Bevor Sie sich Gedanken machen, welche Möbel, Farben, Dekoelemente angeschafft werden sollen:
Nehmen sich sich richtig Zeit und machen sie gemeinsam eine Bestandsaufnahme im jetzigen Zimmer:
> Welche Dinge sollen bleiben?
> Wofür ist jetzt schon zu wenig Platz, was fällt nach der Umgestaltung weg? - Wahrscheinlich werden sie feststellen, dass der Schrank zu klein ist, dafür aber einiges an altem Spielzeug nicht mehr benötigt wird.
Optimal wäre nun als nächsten Schritt das Zimmer zu entrümpeln. Organisieren sie mehrere grosse Kartons und teilen sie alles in mehrere Gruppen auf:
> Was soll weg und wohin? - Wegwerfen, auf dem Flohmarkt oder übers Internet verkaufen, anderen Kindern und Familien schenken?
> Was soll aufgehoben werden, aber nicht mehr im Zimmer bleiben? Gibt es Platz in Keller oder Garage dafür und ist es wirklich notwendig, das noch aufzuheben? Alles was in den Müll soll entsorgen sie sofort. Bleibt es ein paar Tage liegen könnte man sich doch noch entscheiden, es zu behalten.
Nach der Entrümpelungs Aktion sollten sich in diesem Raum nur noch die Dinge befinden die auch bleiben dürfen. Jetzt können sie sich überlegen, wieviele und welche Möbel brauchen wir wirklich und wie können wir diesen R aum gestalten.
Der Schlafbereich:
Wenn es die Grösse des Raumes zulässt, wäre es gut, wenn zusätzlich zu einer gemütlichen Sitzecke ein vernünftiges Bett im Raum bleibt. Dem Schlaf und dem Rücken Ihres Kindes zuliebe.
Im kleinen Zimmer könnte mit einer schönen dicken Tagesdecke und vielen grossen Kissen eine Sitzlandschaft aus dem bestehenden Bett entstehen. Wenn dann mal mehrere Freunde zu Besuch sind können diese sich mit den Kissen auch noch rund um das Bett auf dem Boden verteilen. Einen kleinen Couchtisch davor und fertig ist die Chillout-Area.
Wenn es aber unbedingt eine Schlaf-Couch sein „muss“, dann sparen Sie hier nicht an der falschen Stelle, sondern lassen Sie sich im Fachhandel beraten welches Modell auch für guten Schlaf gebaut ist. Eine vernünftige Matratze und ein gutes Lattenrost System sind hier gefragt!
Wohin mit der Bettwäsche tagsüber? Wenn die Couch selbst keinen Strauraum dafür bietet, so finde ich eine Lösung mit grosser Tonne, Holzkiste oder Strohkorb sehr gut. Schauen Sie doch mal nach grossen Wäschesammlern, da gibt es einige sehr schöne Modelle, die auch für diesen Zweck hervorragend geeignet sind.
Ein weiterer Punkt, der beachtet werden soll: Wie einfach lässt sich die Couch zum Bett machen? Einige Modelle muss man erst von der Wand wegschieben, bevor man sie aufklappen kann. Das halte ich für sehr unpraktisch.
Der Schreibtisch
Dieser sollte zuallererst wenn möglich so im Raum plaziert werden, dass man optimale Lichtbedinungen hat. Früher was dies sehr einfach, am besten den Tisch direkt vors Fenster. Da die meisten Schüler einen eigenen Computer bestitzen ist dies alles nicht mehr so einfach.
Einerseits sollte Tageslicht auf die Arbeitsfläche gelangen, andererseits soll ein vernünftiges Arbeiten mit dem Bildschirm ohne Lichtspiegelungen und ohne zu viel Helligheit hinter dem Bildschrim möglich sein.
Wahrscheinlich wird es am besten funktionieren wenn (bei einem Rechtshänder) das Fenster links vom Schreibtisch ist. Da man hier keinen pauschalen Rat geben kann empfehle ich Ihnen dies einfach auszuprobieren. Es ist immer wieder schade, dass an einem Sonnentag wegen PCs oder Fernsehern Rolladen und Vorhänge zugemacht werden. Vorausschauende Planung kann hier helfen.
Dass Tisch und Stuhl der Körpergrösse des Teenies entsprechen sollten, ist selbstverständlich. Selten wird jedoch auf die richtige Sitzposition vor dem PC geachtet. Bildschirm und Tastatur sollten sich in einer individuell angepassten Höhe befinden.
Noch schwieriger wird dies mit einem Notebook. So praktisch diese kleinen Helferlein auch sind, am Ende sitzen wahrscheinlich 90% der Nutzer völlig krumm und falsch davor. Abhilfe können Docking-Stationen schaffen, die mit einer zusätzlichen Tastatur ausgestattet sind und den Bildschirm des Notebooks auf die richtige Höhe bringen.
Der Lebensbereich
Dieser wird von Teenie zu Teenie sehr unterschiedlich sein. Hier wird gelesen, getratscht, geträumt, Musik gehört. Die Gestaltung sollte frei nach der Devise, gut ist was gefällt erfolgen. Abhängig von den jeweiligen Hobbies und Interessen. Wichtig ist, dass man in diesem Alter eine Privatsphäre eingeräumt bekommt. Man könnte zum Beispiel einen Meter hinter der Zimmertüre mit einem Regal oder dünnen Vorhang einen kleinen Vorraum gestalten. Auch eine absperrbare Schublade für Tagebücher oder ähnliches sollte vorhanden sein. (dies ganz besonders, wenn auch jüngere Geschwister im Haushalt leben.)
Ich hoffe, dass Sie hier ein paar hilfreiche Anregungen gefunden haben. Wie auch immer Sie vorgehen, lassen Sie ihren Kindern möglichst freie Hand bei der Gestaltung. Wenn Sie glauben korrigierend eingreifen zu müssen, dann erklären Sie ihnen aber bitte auch warum.
In der Rubrik SHOP-Empfehlungen auf meiner Webseite habe ich einige Produkte zu dem Thema zusammengefasst, die bei der Ideenfindung helfen sollen. Auf jeden Fall wünsche ich Ihren Kids viel Spass beim Planen des eigenen kleinen Reiches! :-)

